MOBILITÄT.PUNKT LUSTGARTEN

Die Stadt Detmold bekommt ihren Lustgarten zurück: Auf der vormals betonierten Fläche entsteht ein Bürgerpark, der sich als Treff- und Mobilitätspunkt mit hoher Aufenthaltsqualität darstellt. Der Entwurf verfolgt ein modernes und nachhaltiges Mobilitätskonzept. Wo bisher das Bestandsparkhaus alles belegt hat, sollen bald auch großzügige freie Flächen entstehen. Das durch seine Lage und Form beeindruckende neue Parkhaus dämpft nicht nur den Lärm der dahinterliegenden Bahnstrecke, sondern ermöglicht gleichzeitig die Anlage einer großzügigen Parklandschaft an der Werre. In den eingeschossigen Pavillons befinden sich ein Café, ein Bürgerinformationszentrum, ein Kiosk sowie Fahrradstellplätze, ein Fahrradverleih und ein Raum mit Reparaturmöglichkeiten. Neben Fahrradwegen und Spielplätzen, vom Kinderspiel zum Tischtennis, bietet der Quartierspark viele weitere attraktive Verweilorte. So ermöglicht unter anderem das neue Café, welches sich zur Werre hin öffnet, das Sitzen auf bis ans Wasser reichende Stufen.

Alle aktuell benötigten Parkplätze sind im Parkhaus in einem Untergeschoss und fünf Hochgeschossen untergebracht. Die Stellplatzgestaltung ist durch ein effizientes System aus Stahlträgern sehr flexibel und kann verschiedenste Anforderungen stützfrei bedienen. Ebenso kann das Tragwerk aus Betonverbunddecken abschnittsweise zurückgebaut, wiederverwendet oder recycelt werden und sich so ändernden Entwicklungen optimal anpassen. Im Zuge eines Rückbaus können dann beispielsweise Gebäude mit Wohn- oder gewerblicher Nutzung entstehen oder aber der Park als Lustgarten mit zusätzlichen Pavillons vergrößert werden.

Die geplante Fassade des Parkhauses besteht aus Holzlamellen, die einen graduierenden Verlauf von unten nach oben aufweisen. Dadurch wird die Horizontale des Baukörpers betont und dessen Volumen nach oben hin aufgelöst. Den Gebäudeabschluss bildet ein Gründach mit Photovoltaikanlagen und Retentionsflächen. So kann das Regenwasser in wesentlichen Teilen vor Ort zurückgehalten werden. Die dadurch entstehende Verdunstungskühle trägt gleichzeitig zur Vermeidung von Hitzeinseln bei. Der überschüssige Rest des Regenwassers fließt zu den angrenzenden Vegetationsflächen und wird von dort aus in die an der Werre gelegenen Schilfbeete weitergeleitet, die bei ansteigenden Pegelständen in Folge Starkregen gleichzeitig Ausweichraum für überschüssiges Wasser sind, sowie auch natürlichen Lebensraum für Flora und Fauna bieten.

Verkehrliche Erschließung für Fahrräder, Fußgänger, Anlieferung und PKWs. Durch die gewählte Anordnung werden Kreuzungspunkte weitestgehend vermieden und konsequent dem Fußgänger und Radfahrer der Vorrang eingeräumt.
Die begrünten Fassaden und Dächer in Verbindung mit der Pflanzenauswahl stärken die Artenvielfalt und vermeiden Überhitzung.
Durch die Anordnung des Parkhauses mit ergänzender Tiefgarage entsteht ein großzügiger Freiraum der nicht nur dem renaturierten Fluss, sondern auch den Menschen die ihn sich aneignen viel Raum gibt.