NEUE SCHEUNE NORD

Mit der Genehmigung des Braunkohlenplanes Garzweiler II wurde 2015 die Umsiedlung von fünf Dörfern im ländlich geprägten Umfeld der Stadt Erkelenz beschlossen. Eine neue Heimat sollen die etwa 1.500 vom Umzug betroffenen Menschen im kürzlich geschaffenen Ortsteil Erkelenz-Nord finden. In dessen Zentrum plant die Stadt den Bau eines Gemeinschaftshauses mit Mehrzwecksaal, das den Ansprüchen der gewachsenen Dorfgemeinschaften gerecht wird und diese in ihrem Zusammenhalt unterstützt.

Um die alte und die neue Heimat im geplanten Gemeinschaftshaus zusammenzubringen, entwarf Michels Architekturbüro ein Gebäude, das sich auf das Vergangene bezieht und zugleich für das Neue steht. Das Sinnbild der Scheune diente dabei als Inspiration. Diese steht für den ländlichen Ursprung und die landwirtschaftliche Tradition, bietet viel Platz, offene Räume und ein gemeinsames, schützendes Dach für ganz unterschiedliche Nutzungen. Das große Tor wirkt als einladende Geste und die freistehende Form entspricht der offenen Bauweise, die im neuen Siedlungsgebiet vorherrscht.

Der Wettbewerbsentwurf transformiert die Idee der Scheune in ein zeitgemäßes und identitätsstiftendes Gemeinschaftshaus und schafft einen plastisch gestalteten, markanten Baukörper, der die besondere Bedeutung des Ortes unterstreicht. Differenziert gesetzte Öffnungen für vielfältige Ein-, Aus- und Durchblicke sowie unterschiedliche Dachneigungen verleihen dem Bau die notwendige Leichtigkeit sowie abwechslungsreiche und interessante Gebäudeansichten.

Als großes Tor öffnet sich der Haupteingang nach Norden zum Dorfplatz und zum kirchengemeindlichen Zentrum hin. Ein überdachter Vorbereich bietet Platz für zwei Erinnerungsorte, die sich als Nischen links und rechts des Eingangs befinden.
Eine raumhohe Verglasung sorgt für viel Tageslicht im Mehrzwecksaal und schafft einen direkten Bezug zum Außenraum. Während die Umgebung tagsüber zur vertrauten Kulisse für das Geschehen im Saal wird, strahlt dieser nachts nach außen.