KREISHAUS GERMERSHEIM

Der Landkreis Germersheim plant, seinen Hauptsitz in der Altstadt zum zentralen Verwaltungsstandort auszubauen. Dazu soll der Bestandsbau aus dem frühen 20. Jahrhundert durch einen Neubau erweitert werden. Der Wettbewerbsbeitrag von Michels Architekturbüro schlägt einen kompakten, asymmetrischen Baukörper mit mehreren Innenhöfen vor, der neue Verbindungen schafft. Konzipiert als wirtschaftliche Stahlbetonkonstruktion mit seriell gefertigten Fassadenmodulen, passt sich das Volumen respektvoll in die historische Stadtstruktur ein und formt einen städtischen Grünraum entlang des benachbarten Flusses Queich.

Mittelpunkt des Entwurfs ist ein großzügiges Foyer im Erdgeschoss, das als zentrale Erschließungsachse fungiert und das ganze Gebäude durchquert. Eine neue Fußgängerbrücke über die Queich verlängert die Achse und stellt eine direkte Verbindung zum Rathaus auf der anderen Seite des Flusses her. Während sich alle öffentlichen Funktionen entlang des Foyers befinden, sind die internen Fachabteilungen des Kreishauses in den Obergeschossen angeordnet. Unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten sowie zuschaltbare Räume ermöglichen eine große Nutzungsflexibilität.

Der Neubau bildet mit dem historischen Bestand ein städtebauliches Ensemble. Letzterer kann durch die Ausbildung eines halböffentlichen Hofes auch weiterhin in seiner ursprünglichen Form erlebt werden.
Während das Tragwerk des Gebäudes als Stahlbetonkonstruktion geplant ist, lassen plastisch geformte Fertigteile aus Sichtbeton an der Fassade ein lebendiges Schattenspiel entstehen.